24 February 2020 08:07


 

Im ILO C190 wird definiert, was unter „Gewalt und Belästigung“ fällt, und das Übereinkommen stellt heraus, dass Frauen an ihren Arbeitsstätten unverhältnismäßig stark von Gewalt aufgrund ihres Geschlechts betroffen sind. Das Übereinkommen umfasst Gewalt und Belästigung gegen alle Arbeitnehmer in allen Sektoren, gleich ob privat oder öffentlich, sowohl in der formellen als auch in der informellen Wirtschaft, und gleich ob in städtischen oder ländlichen Gebieten, und legt fest, dass es auch über die Arbeitswelt hinaus gilt. Es nimmt ebenso Bezug auf häusliche Gewalt sowie Gewalt im Internet und bei arbeitsbezogenen Reisen, von der hauptsächlich Frauen betroffen sind. Es geht auch dahingehend über das Arbeitsverhältnis hinaus, dass es Gewalt und Belästigung durch Dritte abdeckt, darunter Klientinnen und Klienten, Kundinnen und Kunden sowie Mitglieder der Öffentlichkeit.


Das Übereinkommen C190 ist ebenso ein wichtiges Instrument für die Kampagnen der BHI-Gewerkschaften gegen geschlechtsspezifische Gewalt, die oft auch häusliche Gewalt beinhaltet. Zahlreiche Faktoren werden von diesem Übereinkommen behandelt und angesprochen, darunter etwa ein patriarchisches Umfeld, Diskriminierung und ungleiche Machtverhältnisse an der Arbeitsstätte. Diese haben Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit von Frauen, auch wenn sie noch nicht in der nationalen Gesetzgebung erfasst sind.


Die BHI hat sich, wie alle anderen Organisationen der internationalen Gewerkschaftsbewegung, aktiv für die Verabschiedung des ILO-Übereinkommens Nr. 190 eingesetzt; jetzt müssen wir auf die Ratifizierung dieses wichtigen Übereinkommens hinarbeiten. Die Erfahrung zeigt, dass erfolgreiche Ratifizierungskampagnen, durch die Übereinkommen gestärkt werden, von einem frühen Erfolg abhängen, wodurch dann weitere Unterstützung und weiteres Handeln der Regierungen ausgelöst werden.


Die BHI ruft alle ihre Mitgliedsverbände dazu auf, sich aktiv um die Ratifizierung durch die nationalen Regierungen zu bemühen. Wie alle ILO-Übereinkommen wird auch C190 erst 12 Monate nach Anmeldung der Ratifizierung durch zwei Mitgliedsstaaten beim ILO-Generaldirektor in Kraft treten. Bisher hat nur Uruguay das Übereinkommen ratifiziert. Wenn es in Kraft treten und durch viele Staaten ratifiziert werden soll, muss dringend gehandelt werden.


Wenn wir am 8. März rufen „Wir stehen zusammen: Für die Ratifizierung des ILO-Übereinkommens C190“,

wollen wir gleichzeitig die Kampagne für die Ratifizierung von C190 in unseren jeweiligen Ländern durch eine Aktion starten.


Ganz konkret ruft die BHI ihre Mitgliedsverbände zu folgenden Aktionen auf


  • Schickt uns Interviews (schriftlich) und Videos, in denen die persönlichen Geschichten der Arbeitnehmerinnen (HerStory) dargestellt werden, als Teil der Kampagne für die Ratifizierung des ILO-Übereinkommens C190, damit diese auf der Webseite der BHI und über die sozialen Medien veröffentlicht werden können.

  • Betreibt Lobbyarbeit bei Euren Regierungen, damit diese das Ratifizierungsverfahren für C190 beginnen

  • Organisiert Workshops, Schulungen, Pressekonferenzen und Veranstaltungen an den Arbeitsstätten, damit die Bedeutung des Übereinkommens Nr. 190 als Instrument zur Beendigung von Gewalt und Belästigung gegen alle Arbeitnehmer, und insbesondere gegen Arbeitnehmerinnen klar wird

  • Macht Fotos mit den BHI-Postern zum Weltfrauentag und teilt sie über Social Media.

  • Nehmt das BHI-Poster zum Weltfrauentag 2020 als Vorlage für Euer eigenes Poster.


Die BHI-Poster zum Weltfrauentag 2020 English, French, und Spanish.