Gewerkschaften in Malaysia rufen Regierung und Arbeitgeber auf, mehr zum Schutz der Arbeitnehmer und zum Begrenzen von Covid-19 zu tun

27 April 2020 11:41


Die Gewerkschaften MTSU, MFOU, PKNS, STIEU, TEUPM, TIEUS, UECI und UFES haben die Regierung und Arbeitgeber dazu aufgerufen, mehr zum Schutz der Arbeitnehmer zu tun, denn die Covid-19-Pandemie bringt deren Leben in Gefahr.  

Die genannten Gewerkschaften in Malaysia sind alle Mitgliedsverbände der BHI.

„Morgen ist der internationale Gedenktag für die Opfer von Arbeitsunfällen (IWMD), ein Tag, an dem die internationale Arbeitnehmerbewegung derjenigen Kollegen gedenkt, die an der Arbeitsstätte ihr Leben verloren haben oder an einer berufsbezogenen Krankheit verstorben sind“, so Samuel Devadasan, der Vorsitzende des Malaysian Liaison Council der BHI und Generalsekretär der Gewerkschaft für technische Dienstleistungen in Malaysia (MTSU)

Das Motto der diesjährigen IWMD-Kampagne der BHI lautet: „Arbeitnehmer schützen. Covid-19 stoppen“. Den Gewerkschaften zufolge ist Covid-19 die schwerste Bedrohung für die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer der letzten Jahre. Die wichtigsten Hinweise der BHI an die Arbeitnehmer weltweit sind: Hände waschen, Schutzmaske tragen und Abstand halten.

„Wir stellen jedoch auch fest, dass es für viele der Beschäftigten einfach nicht möglich ist, diesen simplen Ratschlägen zu folgen. Das gilt insbesondere für Wanderarbeiter, ob erfasst oder nicht, die in geschlossenen Unterkünften leben und sich keinen Zugang zu Sicherheitsmaterial oder Hygieneartikeln leisten können. Es muss noch viel mehr getan werden, damit sich Covid-19 in diesem Umfeld nicht ausbreitet.“

„Wir begrüßen die Entscheidung der Regierung, Ausgangsbeschränkungen zu verhängen. Wir sind jedoch besorgt über die Anzahl an Ausnahmen, die vom Ministerium für internationalen Handel und Industrie für Firmen gewährt wurden, die keine grundlegenden Dienstleistungen erbringen.“

(Photo: Reuters)

„Insbesondere sind wir in Sorge, dass über 200 Unternehmen in der Holzwirtschaft auf der malaiischen Halbinsel und in Sarawak Ausnahmegenehmigungen erhalten haben; viele scheinen zudem diese Ausnahmen zu missbrauchen. Wir haben bereits Pflichttests für alle Arbeitnehmer gefordert die auf Baustellen tätig sind, die eine Ausnahmegenehmigung haben, doch von Seiten des Ministeriums wurde dies nicht umgesetzt.“

„Viele der Beschäftigten auf diesen Baustellen haben uns ihre Sorge darüber kommuniziert, wie nachlässig die Sicherheitsbestimmungen gehandhabt werden. Da sie jedoch das Einkommen zum Überleben brauchen, müssen sie trotz der Risiken arbeiten. Kein Arbeitnehmer sollte sich in einer solchen Situation wiederfinden; das Recht, die Arbeit zu verweigern, wenn sie nicht sicher erscheint, ist ein grundlegendes Recht.“

Die Gewerkschaften haben zudem, zusammen mit anderen Akteuren die Regierung aufgefordert, Covid-19 als berufsbezogene Krankheit anzuerkennen, um so die Sicherheit der Arbeitnehmer noch besser zu schützen.

„Die Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, für ein sicheres Arbeitsumfeld zu sorgen. Wenn Covid-19 explizit als berufsbezogene Krankheit hervorgehoben wird, würde das bedeuten, dass die Arbeitgeber zur Gewährleistung von Sicherheitsmaßnahmen gegenüber einer derartigen Bedrohung verpflichtet wären und für die Nichtbeachtung dieser Pflicht sanktioniert werden können.“

Devadasan unterstrich die hohe Unfallrate in den BHI-Branchen Bau, Holz und Forstwirtschaft in Malaysia und sagte, nach der Covid-19-Pandemie müsse die Sicherheit der Arbeitnehmer überall an erster Stelle stehen. „In der Bauindustrie ist die Todesrate in Malaysia zum Beispiel zehnmal höher als im Vereinigten Königreich. Diese Zahl überrascht nicht, denn in diesem Sektor ist die Gewerkschaftsdichte sehr gering und die Arbeitnehmer werden mit ihren Anliegen kaum gehört.“

„Zum jetzigen Zeitpunkt besteht unsere Aufgabe darin, die Arbeitnehmer zu schützen und Covid-19 zu stoppen. Wenn das Leben zum Normalzustand zurückkehrt, müssen wir gewährleisten, dass die Beschäftigten auch weiterhin geschützt sind, so dass sie ein Leben in Würde und eine sichere Arbeitsstätte haben.“